SCHUlSOzialarbeit
Niels Liermann
Ich unterstütze und begleite Schüler*innen auf ihrem Weg zu Selbstfürsorge, -wirksamkeit und Autonomiefähigkeit.
Schulsozialarbeit bietet umfassende, außercurriculare Unterstützung in sozialen und emotionalen Belangen, um das Wohlbefinden von Schüler*innen zu fördern. Ich stehe solidarisch mit den Kids und Jugendlichen an ihrer Seite und erweitere das System Schule konsequent und souverän um eine sozialpädagogische Perspektive. Mein Ziel ist es, sichere, vertrauensvolle und von Elternhaus und Schule/schulischer Bewertung unabhängige Räume und Zeiten im Kontext Schule zu schaffen. Dies gilt ausnahmslos für alle jungen Menschen, unabhängig von Geschlecht, Sexualität, Herkunft, Aussehen etc. und ist immer freiwillig.

Schüler* innen
Professionelle Unterstützung bei persönlichen Herausforderungen der Schüler*innen, um emotionale und soziale Ressourcen aufzudecken. Konsequent kritisch reflektierender Blick auf die Systeme, die junge Menschen umgeben. Auffangen wo es nötig ist und ermuntern und begleiten, wo es möglich scheint/wird.

Gruppen & Projekte
Ermöglichung von Selbstwirksamkeit, Förderung von Gemeinschaft und sozialem Miteinander. Eigen-verantwortliches, außercurriculares Handeln und max. Mitbestimmung.

Eltern
Engagierte Unterstützung und Beratung für Eltern, um die Zusammenarbeit zwischen Schule und Familie zu stärken. Der Fokus bleibt dabei immer auf dem jungen Menschen.
Professionelles Selbstverständnis
und rechtlicher Hintergrund
Unterstützung und Begleitung für Schüler*innen
Schulsozialarbeit schlägt die Brücke aus der offenen Kinder- und Jugendarbeit in das System Schule. Somit wird sie zwar mitkonfiguriert durch die in Schule vorhandenen Regeln (Zeiten/Abläufe etc.), stellt aber keine Erweiterung des schulischen Systems dar, sondern bietet einen prinzipiell eltern- und lehrkraftunabhängigen, zusätzlichen, sicheren und vertrauensvollen, freiweilligen "Safe Space" im Schulhaus an. Die Souveränität meiner Rolle als Schulsozialarbeiter ist für die jungen Menschen, für die Lehrkräfte, die Schulleitung und die Eltern von elementarer Bedeutung. Nur wenn ich als unabhängig, authentisch, glaubwürdig und solidarisch von den Schüler*innen wahrgenommen werde, kann meine Arbeit erfolgreich sein. Aus diesem Grunde versuche ich jeden Tag nach bestem Wissen und Gewissen diesen hohen Maßstäben gerecht zu werden.
Die Arbeit fokussiert auf die Förderung des sozialen und emotionalen Wohlbefindens der Schüler*innen und nutzt hierbei individuelle wie systemische Ansätze. Wir bieten individuelle Beratung, Gruppenprojekte, Prävention und gezielte Interventionen an, um eine positive Entwicklung zu fördern, die Selbstachtsamkeit und -wirksamkeit zu steigern und die eigenen individuellen Ressourcen zu identifizieren sowie Kompetenzen zum Umgang mit Stress zu lernen. Niedrigschwelligkeit, kleine bzw. angemessene Schritte und Langfristigkeit sind dabei fundamental, um bestmöglich für die und insbes. mit den jungen Menschen arbeiten zu können.
Als Schulsozialarbeiter bin ich mit Fällen unterschiedlichster Art konfrontiert. So gehören Konflikte und Mobbing im Schulkontext ebenso dazu wie Cybermobbing, Mediensucht, Prüfungsstress und Panikattacken, Selbstverletzendes Verhalten, suizidale Tendenzen, emotionale Verwahrlosung, Erziehungsgewalt, häusliche Gewalt und Formen sexualisierter Gewalt in Peergroups (bspw. Gruppenzwang zum Betrachten unterschiedlichen pornographischen Materials), im häuslichen Umfeld wie in der digitalen Welt. Auch Varianten politischen Extremismus (Zunahme bspw. rassistischer, sexistischer, klassistischer und antisemitischer Diskriminierungsformen) muss ich mit aufzählen. All das macht die Arbeit sehr herausfordernd und gleichzeitig spürt man wie befriedigend es sein kann, in all diesen Bereichen Wirksamkeit von und mit jungen Menschen zu erreichen. Meine Arbeit, unabhängig von mir als Person, ist so wichtig wie nie und die Fallzahlen und die Komplexitäten nehmen rasant zu.
Die Schulsozialarbeit ist also ein bedeutender Bestandteil des schulischen Lebens und unterstützt Kinder und Jugendliche bei sozialen, emotionalen und persönlichen Herausforderungen im Spannungsfeld zwischen individuellem Ansatz, Elternhaus und Schulsystem/Peergroups/Sozialraum. Meine Angebote als Schulsozialarbeiter im Sinne der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind immer freiwillig und stellen somit mit dem Pflichtkontext „Schule“ ein weiteres Spannungsfeld dar. Rechtlich fußt die Arbeit insbesondere auf §§ 1, 8a, 11 und 13 SGB VIII, §§ 1, 35b, 39(5), 43(3) Bundeskinderschutzgesetz (KKG), dem sächsischen Schulgesetz und der Fachempfehlung zur Schulsozialarbeit im Freistaat Sachsen, wenngleich letztere dringend einer Aktualisierung bedarf.
Es ist wichtig, dass Lehrer*innen, Schulleitung und Schulsozialarbeit immer souverän in ihren Rollen arbeiten können – konstruktiv, kritisch und selbstreflektiert. Bestenfalls ergänzen sie sich dabei positiv, prinzipiell priorisieren sie aber andere Ziele bzw. priorisieren sie Ziele anders und gehen auch grundlegend unterschiedlich vor. Maßgebend für mich ist die Sicht und das Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen, nicht in ihren Rollen als Schüler*innen, sondern in ihrem Wesen als junge Menschen. Die von der Schule konstruierte Schüler*innenrolle (und die so ermöglichte Austauschbarkeit und „Gleichbehandlung“) ist für mich sekundär. Ich orientiere mich primär an ihrer Individualität und hinterfrage die jeweilig unterschiedlich wirkende Konfrontation mit machtvollen Systemen (Schule, Elternhaus, Jugendamt, Polizei, Politik,…). Der Fokus liegt auf den jungen Menschen, weniger auf ihren Noten oder „Leistungen“ bzw. definiere ich letztere anders. Ich stehe solidarisch an der Seite der jungen Menschen. Nur dann ist die für mich fundamentale Freiwilligkeit, die ich den jungen Menschen gewähren will und muss, zu erhalten und effektiv, nur dann ist das notwendige Vertrauen und die Beziehungsarbeit zu ermöglichen.
Art. 6, Abs. 2, S. 1 GG/§ 1, Abs. 2, SGB VIII
„Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“
Aus dieser „Pflicht“ ergeben sich die Kinderrechte:
Art. 19, UN-Kinderrechtskonvention
„Alle Kinder haben das Recht auf Schutz vor körperlicher und seelischer Gewalt.“
§ 1, Abs. 1, SGB VIII
„Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit."
§ 8 SGB VIII (externer Link*), § 1697a BGB (externer Link*), Art. 3, Abs. 1, UN-KRK
Insbesondere bilden die UN-Kinderrechtskonvention (externer Link*), das SGB VIII und das Kinder- und Jugendhilfestärkungsgesetz (KJSG) sowie die Fachempfehlung Schulsozialarbeit Sachsen (externer Link*) und das Schutzkonzept der Schule die Grundlage meiner Arbeit.
Kinder haben Rechte und es gilt nicht nur, ihnen solidarisch zurseite zu stehen, sie zu begleiten und zu unterstützen, ihr individuelles und sozialraumorientiertes/schulgemeinschaftliches Wohlbefinden zu sichern, sondern auch zu helfen, wenn sie ihre Rechte einfordern wollen bzw. müssen/diese gefährdet sind.
Sie zu befähigen, ihr Leben sukzessive selbstständig, selbstwirksam und reflektiert zu bewältigen, ihnen bedarfs- und ressourcenorientiert zu helfen, sich selbst und die eigenen Fähigkeiten und Wünsche kennenzulernen, diese zu artikulieren und zu verfolgen, ist das übergeordnete Ziel und meine große Motivation. Neben der fachpädagogischen Arbeit der Lehrkräfte bietet die Schule mit einer souverän arbeitenden Schulsozialarbeit ein zusätzliches sozialpädagogisches Angebot, das auf Freiwilligkeit, Vertrauen und Beziehungsarbeit, humanistischen und demokratischen Grundsätzen fußt. So kann die Schulsozialarbeit ihren Teil dazu beitragen, eine wertegeleitete Schulgemeinschaft zu ermöglichen.
Ich liebe die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und umso älter ich werde, umso mehr schätze ich sie und umso mehr entdecke ich, wieviel wir von ihnen lernen können.
Sprechen Sie mich an. Ich höre Ihren Kindern und Ihnen gerne zu.
Seit 2023 arbeite ich leidenschaftlich gerne an der Christlichen Schule in Dresden.
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